Horst Antes

                 
       

© VG Bild-Kunst Bonn, 2004

 

Das gegenständlich orientierte Werk von Horst Antes, einem der herausragendsten Künstler des deutschen Südwestens, ist als Gegenposition der zu Anfang der 60er Jahre in Deutschland vorherrschenden Stilrichtung des Informel und Tachismus zu verstehen. Schon während seines Studiums an der Karlsruher Kunstakademie intendiert er als Schüler von HAP Grieshaber die Rückkehr vom Ungegenständlichen zum Figürlichen. Auf der Suche nach der „Neuen Figur“ erschafft Antes die sogenannten „Kopffüßler“, mächtige Profilköpfe, die rumpflos auf wuchtigen Beinen sitzen. Diese Kunstfigur steht als Hieroglyphe für die Erfahrung der menschlichen Gestalt, in der Reduktion auf den Kopf steigert sich ihre archetypische Bedeutung als Symbol des Lebens, als Gehäuse, das laut Antes eine ganze Welt beinhalten kann. Szenische Darstellungen wie im hier vorgestellten Blatt haben sein Schaffen vor allem in der Graphik von Anfang an begleitet. In der phantasievollen Begegnung des Kopffüßlers mit dem weiblichen Aktmodell stehen verschlüsselte Inhalte, Realistisches und Magisches bewusst nebeneinander. Horst Antes gilt als einer der hervorragendsten Wegbereiter der Stilrichtungen Neue Figuration und Pop-Art in Deutschland.

 
 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

Horst Antes

Paar mit Ball, 1980, Radierung

           
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