Erich Heckel

                 
        © Nachlass Erich Heckel Hemmenhofen, 2004  

In der Pflanzenstudie von 1944 offenbart sich der unspektakuläre Blick des Künstlers auf ein Motiv seiner unmittelbaren häuslichen Umgebung. Der als Gründungsmitglied der expressionistischen Künstlervereinigung „Brücke“ zu Ruhm gelangte Maler, zieht sich 1944 nach der Zerstörung seines Berliner Ateliers in die abgeschiedene Region des Untersees zurück, wo er bis zu seinem Tod 1970 in Hemmenhofen lebt. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen, die während der Nazi-Diktatur mit Ausstellungsverbot belegt wurden, findet auch bei Heckel eine Entwicklung der Motivik hin zu den ruhigeren Bildgattungen Landschaft und Stilleben statt. „Hier sind weit mehr Energien aufzuwenden, motorischer hingegen war Berlin“, resümiert der Künstler über seinen neuen Wohn- und Wirkungsort. Trotz Banalisierung der Motive zeugen jene Werke der inneren Emigration oftmals von hoher Könnerschaft und raffinierter Ausführung im Detail. Hier erreicht Heckel durch die bewusste Ausblendung des Hintergrunds sowie den ungewöhnlichen Blickwinkel einen nahezu japanisch anmutenden dekorativen Ausdrucksgehalt.

 
 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

Erich Heckel, Trompetenblumen

1944, Aquarell und Graphit auf Papier

           
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